Service & Kalibrierung

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Fragen zu Service & Kalibierung

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Was beinhaltet/bedeutet eine Kalibrierung?

Bei der Kalibrierung wird bei vorgegebenen Bedingungen der Zusammenhang zwischen dem Messwert der Ausgangsgröße und dem zugehörigen Wert der als Eingangsgröße vorliegenden Messgröße ermittelt. Übersetzt heißt dies: Vergleich mit einer Referenz gleicher Einheit, dies bedeutet: Im Bereich der Messtechnik handelt es sich um das Festellen der Messabweichungen am fertigen Messmittel. Beim Kalibrieren erfolgt kein technischer Eingriff - wie justieren - am Messmittel. Bei anzeigenden Messmitteln wird durch das Kalibrieren die Messabweichung zwischen Anzeige und dem richtigen - oder als richtig geltenden - (Soll-) Wert der Messgröße festgestellt.

Kalibrierungen werden durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Anzeige des verwendeten Messmittels ein bekanntes und dokumentiertes Verhältnis zu einem internationalen Normal für die verwendete Maßeinheit hat. Ziel ist, dass bei verschiedenen Prüfungen eines Merkmales die Vertreter unterschiedlicher Stellen, z.B. Kunde und Lieferant, zu vergleichbaren Ergebnissen kommen. Das setzt voraus, dass die auftretende Messunsicherheit - die mit jeder Messung zwangsläufig verbunden ist - bekannt sein muss.

Die Durchführung von Kalibrierungen führt zu Ergebnissen und Erkenntnissen, anhand derer die Unsicherheit von Messmitteln besser verstanden und beurteilt werden kann.

Zusammenfassung

Vor allem Automobilhersteller und deren Zulieferer haben meist als Forderung festgelegt, dass Kalibrierdienstleister nach ISO 17025 akkreditiert sein müssen.
Grundlegend geht es bei der Forderung jedoch um einen Nachweis der Kompetenz: Akkreditierte Labore haben Ihre Kompetenz einem unabhängigen Begutachter nachgewiesen.
imc ist nicht akkreditiert als Kalibrierdienstleister. Als Hersteller sind wir aber per Definition kompetent und fallen daher nicht unter diese Regelung aus der TS16949 / QS 9000.

imc kalibriert mit auf Nationale Normale zurückgeführten Prüfmitteln gemäß ISO 9001. Standardlieferumfang ist ein Kalibrierzertifikat (Werkskalibrierschein) .

Die optionalen Protokolle mit den Messwerten entsprechen dabei den Forderungen nach ISO 17025.
DIN EN ISO 9001 fordert nur eine Erklärung über die Rückführung der verwendeten Referenzen auf Nationale Normale (Werkskalibrierschein).
Im Standardfall geben wir den geringeren Aufwand als Kostenvorteil direkt an unsere Kunden weiter (Aufpreis für die Option "Zertifikat mit Protokoll nach ISO 17025"). Prüfmittelrückführung, Archivierung der Messwerte etc. regelt ISO 9001:2008, dies wird durch den TÜV Anlagentechnik GmbH regelmäßig überwacht.
Alle Kalibrierprotokolle mit den Messwerten werden bei imc automatisch archiviert und sind optional lieferbar
(bis zu 10 Jahre auch nachlieferbar).

Nach welchen Normen kalibrieren Sie ihre Geräte?

Im Moment sind Abgleich und Kalibrierung bei imc Fertigungsstufen im Rahmen des Herstellprozesses bzw. des Service, d. h. wir betreiben kein als solches speziell abgegrenztes Prüf- oder Kalibrierlabor, sondern sogenannte Abgleich- und Prüfplätze, die in den Fertigungsablauf integriert sind. Abläufe und Verfahren werden in Verfahrensanweisungen und Prüfanweisungen sowie in produktindividuellen Prüfplänen als Teil unseres integrierten Managementsystems festgelegt. Sämtliche Verfahren sind von imc selbst entwickelte Verfahren.

Sämtliche bei imc verwendete Kalibrier-Verfahren und Abgleichprozeduren werden mit dem Ziel einer möglichst hohen Prüfschärfe bei vertretbarem wirtschaftlichen Aufwand im Rahmen unserer Typprüfung entwickelt, validiert und für die Serienprüfung optimiert. Die Messwertprotokolle sind dabei Nachweis und Prüfplan (Herstellerspezifikation) zugleich. Auf dieser Basis können leicht kundenindividuelle Prüfpläne entwickelt werden; dabei unterstützen wir Sie gerne.

Gleichzeitig mit der Entwicklung des Messverstärkers erfolgt auch die Entwicklung der Verfahren für die Justage und Kalibrierung, die Verifikation ist Ziel der Typprüfung. Dabei müssen verschiedene Parameter wegen Ihrer Abhängigkeit von Bauteileigenschaften und der Betriebstemperatur justiert werden, weitere Parameter wie die gewählte Abtastrate oder die gewählte Filterung dürfen nach den Designvorgaben die Messgenauigkeit nicht beeinflussen.

Als ein Abnahmeergebnis entstehen die Verfahren, die letztendlich in der Serienfertigung sowie im Service als Optimum aus Prüfschärfe, Normenkonformität und Wirtschaftlichkeit angewendet werden.

In der Typprüfung „Kalibrierung“ verwenden wir zurzeit folgende Normen und Standards:

Die Normenreihe VDI/VDE/DGQ/DKD 2622: Kalibrieren von Messmitteln für elektrische Größen beschreibt grundsätzliche Kalibrierverfahren, darüber hinaus betreffen folgende Standards unsere Produkte:

DKD 2622 Blatt 5 beschreibt die Kalibrierung von Funktionsgeneratoren
DKD 2622 Blatt 11: Kalibrierrichtlinien für Spektrumanalysatoren
DKD 2622 Blatt 20 beschreibt die Kalibrierung von Gleichspannungsmessverstärkern

Weitere Standards und Richtlinien:

DKD-R 5-5 regelt die Kalibrierung von Temperaturanzeigegeräten
DKD-R 6-1 regelt die Kalibrierung von Druckmessmodulen
Netzqualität, Spannungsqualität: EN 50160 bzw. DIN 61000-4-30

Wie macht imc Vorortservice?

Wir kommen mit 1 – 2 Technikern mit 2 – 3 Kalibrierplätzen. Wir benötigen vor Ort einen klimatisierten Raum (Türen und Durchgänge > 1,20 m) und einen Arbeitsplatz mit einer Stellfläche von ca. 2 x 3 m je Kalibrierplatz.

An einem 2. Arbeitsplatz führen wir parallel die Funktionstests, evtl. nötige Firmwareupdates und weitere vereinbarte Arbeiten aus.

Die Kalibrierscheine und Messwertprotokolle übergeben wir als PDF.
Wird ein Ausdruck benötigt, so liefern wir diesen nach den Arbeiten nach.

Für die Angebotserstellung werden folgende Angaben benötigt:

  • Seriennummern der Geräte und ggf. weitere Einzelmodule
  • Ansprechpartner
  • Wunschtermin (Für die Personalplanung hätten wir gerne 4 Wochen Vorlaufzeit)
  • welche Dienstleistungen werden angefragt (Kalibrierung, Justage, Systeminspektion, Wartung, Softwareupdate etc.)?
  • zu welchen Zeiten kann gearbeitet werden? Ist Früh-, Spätschicht, Samstagsarbeit möglich?
Muss bei uns am Prüfstand immer die komplette Messkette kalibriert werden?

Der Ablauf, dass ein Messmittel mit Hilfe eines höherwertigen Normals kalibriert wird und dieses wiederum mit einem noch höher wertigeren Normal kalibriert wird, wird als Kalibrierkette bezeichnet.

 
Ziel dieser Kalibrierkette ist die Rückführung der Messmittel auf die Nationalen Normale. Daraus wird eine Kalibrierhierarchie abgeleitet.

Grundsätzlich können Sie durch Kalibrierung der einzelnen Komponenten deren individuelle Messunsichertheit ermitteln und dadurch auf die gesamte Messunsicherheit der Messkette am Prüfstand schließen; dafür gibt es standardisierte mathematische Verfahren.

Oder Sie kalibrieren die gesamte Messkette, in dem Sie Ihr Sensorsignal durch ein Kalibriersignal ersetzen.

Ist innerhalb der Messkette am Prüfstand die Messunsicherheit von einer oder mehreren Komponenten unbekannt, so wäre die Kalibrierkette bis zum Sensor unterbrochen; in diesem Fall können Sie keine Aussage zur Genauigkeit des ermittelten Messergebnisses machen.

Kann imc die komplette Messkette am Prüfstand kalibrieren?

In Zusammenarbeit mit Ihnen oder Ihrem Kalibrierdienstleister vor Ort können wir auch die gesamte Messkette am Prüfstand kalibrieren. Bei Prüfständen, die wir an sie geliefert haben, sind im allgemeinen bereits Methoden für eine Vorort-Justage von Offsets oder die Korrektur von Kennlinien vorgesehen.


Wartung, Reparatur und Systempflege der imc Messgeräte sind jedoch am effektivsten bei imc möglich. Daher empfehlen wir die Erstellung von Instandhaltungs- und Kalibrierplänen für Ihren Prüfstand. Bitte berücksichtigen Sie bei der Planung auch evtl. anfallende Kosten bei Stillstand durch Ausfall sowie Kosten für die Ersatzteilhaltung. Gerne unterstützen wir Sie dabei mit Rat und Tat.

Was ist eine Justage?

Die Justierung (Justage) ist das Einstellen oder Abgleichen eines Messgerätes, um bekannte systematische Abweichungen für die vorgesehene Anwendung zu beseitigen. Es ist also - im Gegensatz zur Kalibrierung - immer ein Eingriff erforderlich, der eine bleibende Veränderung verursacht. Es sei betont, dass die Justage eines Messgerätes dessen Kalibriergeschichte zerstört. Es ist danach keine Aussage mehr möglich, ob und wie weit sich das Messgerät in seinen Messeigenschaften verändert hat.

Ich kann meine Geräte nicht ausbauen und verschicken, was kann ich tun?

Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot für maßgeschneiderten Vor-Ort-Service.

Zusätzlich können wir auch z.B. mit Leihsystemen zur Überbrückung arbeiten oder wir nutzen bei Ihnen geplante Stillstandszeiten, z. B. Werksferien oder Zeiten für die Instandsetzung, parallel für Servicearbeiten, wie Justage, Systempflege, Wartung. Auch bieten wir für alle Dienstleistungen einen Expressservice an.

Gerne beraten wir Sie bei der Erstellung von optimal auf Ihre Bedingungen abgestimmten Prüfplänen.

Kontaktieren Sie unsere Hotline, wir finden eine Lösung!

Ist imc ein akreditiertes / zertifiziertes Prüflabor?

imc betreibt kein akkreditiertes Kalibrierlabor, wir setzen aber die Forderungen der ISO 17025 in unserem eigenen QM-System konsequent um. imc ist seit Mai 1995 nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert.

Beinhaltet die Kalibrierung auch eine Justage/Abgleich?

Ja. Die imc Kalibrierung beinhaltet eine Eingangskalibrierung (Feststellung der Istwerte, über Abweichungen außerhalb der Toleranzen werden Sie informiert), eine kurze Funktionsprüfung, einen erneuten Abgleich und anschließende Kalibrierung, siehe zusätzlich (1).
Sie erhalten einen Werkskalibrierschein ohne Messwerte, die Protokolle sind aber optional erhältlich.

Die imc Systeminspektion beinhaltet eine aus Herstellersicht komplette Funktionsprüfung, bei der auch versteckte Fehler gefunden werden können. Sie erhalten einen Servicebericht.

(1) Auf Wunsch können wir Ihnen auch die Dienstleistung „Nur Kalibrierung“ anbieten (keine Justage, kein weiterer Funktionstest) bzw. nur Funktionstest (Systeminspektion). Seit 2005 haben wir daher folgende Artikel in unsere Preisliste aufgenommen:

  • Kalibrierung (Beinhaltet: Eingangskalibrierung, Werkskalibrierschein nach ISO 9001)
  • Justage (Beinhaltet: Eingangskalibrierung, Justage, Ausgangskalibrierung, Werkskalibrierschein als Kalibriernachweis nach ISO 9001)
  • Systeminspektion (Beinhaltet Systemüberprüfung, Funktionsüberprüfung, Servicebericht)


Die von uns empfohlene und von unseren Kunden geschätzte imc-Kalibrierung ist die Kombination aus Justage und Systeminspektion. Mehr Infos dazu im Flyer "Systempflege".

Was ist eine Rechtssichere Kalibrierkette?

Der Ablauf, dass ein Messmittel mit Hilfe eines höherwertigen Normals kalibriert wird und dieses wiederum mit einem noch höherwertigeren Normal kalibriert wird, wird als Kalibrierkette bezeichnet.
Ziel dieser Kalibrierkette ist die Rückführung der Messmittel auf die Nationalen Normale.

Mein mobiles Messgerät wird mit unterschiedlichsten Sensoren und Kabelsätzen betrieben, was bedeutet das für die Kalibrierung?

Laut Herstellerspezifikation führen wir Funktionstest und Kalibrierung an den imc Klemmsteckern durch. Zusätzlich machen wir im Rahmen der Systeminspektion einen Funktionstest "über alles" soweit kundenspezifische Anschlusstechnik zur Verfügung steht und auf Wunsch, bei Lieferung kundenspezifischer Anschlusstechnik, auch eine Kalibrierung "über alles".

Unter Umständen verändert sich die Messunsicherheit für den Fall der Verwendung von unterschiedlichen Sensoren und Verkabelungen, die bei der Kalibrierung des Messsystems nicht zur Verfügung standen.

Sie sollten die zulässigen Toleranzen für Ihre Messung dahingehend überprüfen.

Können auch nur einzelne Kanäle kalibriert werden?

Auf Wunsch kalibrieren wir auch einzelne Kanäle nach kundenspezifischem Prüfplan.

Die imc DEVICES-, imc STUDIO- oder imc CANSAS-Bedienoberfläche lässt die Hinterlegung von Korrekturgrößen für den Offset oder die Verrechnung von speziellen Kennlinien zu, die anwendungsbezogen geladen werden können. Dies benutzen wir z.B. bei unseren Prüfstandsapplikationen.

Eine Justage einzelner Kanäle mit fester Hinterlegung der Korrekturwerte im Speicher der Baugruppe ist i.a. nicht möglich bzw. sehr aufwändig, es können nur ganze Baugruppen oder Systeme insgesamt justiert werden.

Darüber hinaus wäre die aufwändigere Prüfmittelverwaltung für komplexe Messsysteme, bei denen nur einzelne Funktionen justiert oder kalibriert sind zu erwähnen.

Haben Sie spezielle Wünsche, kontaktieren Sie bitte unsere Hotline.

Wie oft muss ich kalibrieren?

Um dauerhaft richtige Messungen durchführen zu können, müssen die verwendeten Prüfmittel in regelmäßigen Abständen überwacht bzw. kalibriert werden. Dieser Zeitraum entspricht dem Kalibrierintervall. Eine häufig gestellte Frage ist die nach den notwendigen Kalibrierintervallen für Mess- und Prüfmittel.

Dazu lässt sich keine eindeutige Antwort geben (es gibt in den meisten Fällen auch keine gesetzliche oder normative Regelung), da eine Kalibrierung immer eine Momentaufnahme ist. Die Kalibrierintervalle hängen u.a. von folgenden Faktoren ab, z. B. sind dies das zulässige Toleranzband der Messgröße, die Beanspruchung des Messmittels, die Ergebnisse der zurückliegenden Kalibrierungen, die erforderliche Messgenauigkeit und nicht zuletzt die Festlegungen des Qualitätssicherungssystems in den Firmen.

Grundsätzlich gilt eine Kalibrierung nur zum Zeitpunkt ihrer Durchführung. Die Festlegung von Rekalibrierfristen liegt immer in der Verantwortung des Nutzers. Grundsätzlich sollte das Kalibrierintervall so angepasst werden, dass das Gleichgewicht zwischen Risiko und Kosten optimal ist.

Das bedeutet, dass der Abstand zwischen zwei Kalibrierungen letztendlich vom Anwender selbst festgelegt und überwacht werden muß. Unsere Empfehlung für das Kalibrierintervall liegt bei 1-3 Jahren. Um den Kunden bei der Festlegung des Intervalls nicht allein zu lassen, bieten wir eine Beratung durch unsere Mitarbeiter an. Standardmäßig empfehlen wir ein Kalibrierintervall von 1 Jahr in unseren technischen Datenblättern.

Kalibrierung: Welche Punkte eines Messbereiches werden angefahren? Wird jeder Messbereich/Betriebsart überprüft? Wie überprüft bzw. kalibriert imc die einzelnen Messkanäle?

Bei der Kalibrierung nach imc Herstellerspezifikation wird an jeden Kanal in jedem funktionsbestimmenden Messbereich ein Sollwert eines Kalibrators mit dem Messwert des Systems verglichen. Daraus wird ein Korrekturwert gebildet und beim anschließenden Abgleich im Gerätespeicher abgelegt. Nach dem Abgleich folgt eine erneute Kalibrierung. Die Protokolle werden für 10 Jahre bei imc (elektronisch) archiviert. Die verwendeten Prüfmittel unterliegen der imc-Prüfmittelüberwachung und sind auf Nationale Normale gemäß ISO 9001 zurückgeführt.

Die je Gerät zu kalibrierenden Größen hängen von der Geräteausstattung ab; im allgemeinen wird eine DC-Spannungskalibrierung (Offset und Verstärkung über 3 Punkte), eine Kalibrierung interner Referenzquellen (z. B. PT100 Stromquelle) sowie bei Temperaturmessgeräten eine Temperaturkalibrierung (Thermoelement Typ K, 1 Messpunkt mit Isothermalbox) durchgeführt.

Um nach dieser Spezifikation prüfen zu können, muss die Kalibriervoraussetzung erfüllt werden; dies geschieht in Funktionstests vor und nach der Kalibrierung, bei dem weitere Messpunkte nach imc Prüfplan mit pass/fail Aufschrieb geprüft werden, z.B.:
- Offsetmessung und Rauschtest mit Kurzschluss direkt am Gerät bei hoher Abtastrate ohne Filter
Hintergrund: Bei zu hohen Offsets oder zu hohem Rauschen liegt ein Defekt vor, der die     Kalibriervoraussetzungen ggf. verletzt. Zu hohes Rauschen kann durch Mittelung der Signale zu  einem scheinbaren Offset bzw. zu scheinbaren Nichtlinearitäten führen.
- Prüfung von Referenzspannungen, Versorgungsspannungen
- Prüfung der vom Prüfling ausgegebenen Kalibriersignale (z. B. Kalibriersprung bei Brücken)
- Prüfen von Grundfunktionen wie Auto-Brückenabgleich
- Prüfen der Leistungsaufnahme

Diese Prüfungen erfolgen im allgemeinen während der Aufwärmzeit.
Der Prüfplan zur Bestätigung der Kalibriervoraussetzung wird bei neuen Erkenntnissen im Service ggf. angepasst.

Der bestandene Funktionstest gemäß imc Prüfplan als Kalibriervoraussetzung mit anschließender Kalibrierung nach imc Herstellerspezifikation führt zur Konformitätsaussage
„Auf Nationale Normale zurückgeführt kalibriert nach Herstellerspezifikation“.

Speziell vom Auftraggeber geforderte weitere Messpunkte werden danach zusätzlich kalibriert.
Einige Prüfpläne und weitere Erläuterungen finden Sie in unserem Artikel „Serviceablauf von imc-Messgeräten: Kalibrierung, Abgleich, Wartung, Reparatur und sonstige Dienstleistungen“

Was beinhaltet die Messmittelüberwachung?

Das Ziel eines Prüfmittelmanagementsystems ist, die Qualität der Messungen an Produkten und Prozessen sicherzustellen. Dazu sind im wesentlichen zwei Aufgaben zu beachten:

  1. Qualität der Messprozesse, d.h. wie gut die Durchführung der Messungen ist
  2. Qualität der Prüfmittel, d.h. wie gut die Prüfmittel für die Messaufgabe geeignet sind

Um die Qualität der Prüfmittel sicherzustellen, müssen

  • Prüfmittel eindeutig gekennzeichnet werden
  • Anforderungen an Prüfmittel definiert werden
  • Prüfmittel regelmäßig dahingehend überprüft werden, ob sie die definierten Anforderungen erfüllen, d.h. sie müssen regelmäßig kalibriert (und ggf. justiert werden)
  • Prüfmittel, die zur Kalibrierung benutzt werden, sich auf nationale oder internationale Normale zurückführen lassen (bzw. auf dokumentierte Kalibriergrundlagen, wenn keine solchen Normale existieren)
  • Prüfmittel so gehandhabt werden, dass deren Eigenschaften nicht beeinträchtigt werden

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, muss ein Prüfmittelmanagementsystem eingeführt werden, das auch den weiteren betrieblichen Aufgaben gerecht wird.

In Unternehmen müssen Prüfmittel für alle benötigten Messungen verfügbar sein, das heißt für alle vorkommenden Einheiten. Dazu ist ein Überblick über alle im Unternehmen vorhandenen Prüfmittel erforderlich.

Die Durchführung von Messungen setzt voraus, dass alle dazu verwendeten Prüfmittel kalibriert werden.

Dürfen, wie in TS16949/QS 9000 gefordert, nur akkreditierte Labore beauftragt werden?

Die Forderung der QS 9000, der ISO/TS16949 und anderer Managementsysteme nach einer Akkreditierung richtet sich an Prüf- bzw. Kalibrierlaboratorien, die von Zulieferern an die Automobilindustrie beauftragt werden. Durch die Akkreditierung der Kalibrierverfahren nach z. B. DIN EN ISO/IEC 17025 (Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien) soll die Kompetenz nachgewiesen werden, wobei die Akkreditierung durch einen unabhängigen Dritten eine (sehr transparente) Form des Kompetenznachweises ist.

Alternativ bietet z. B. die QS 9000 eben diesen Zulieferern die Möglichkeit, auch auf den Hersteller des Prüf-Equipments für eine Kalibrierung zurückzugreifen. Diese Hersteller müssen aber nicht zwingend akkreditiert sein, sondern können auf anderem Wege ihre Kompetenz darlegen, z. B. durch Selbsterklärung, Qualitätssicherungsvereinbarungen oder Audits. Natürlich findet sich im Regelwerk (QS 9000) selbst die entsprechende Textstelle (QS 9000 3rd edition, 4.10.6 Forderungen an Laboratorien des Lieferanten).
Jedoch ist durch die anzuwendende Norm DIN EN ISO/IEC 17025 eine Akkreditierung als Prüf- oder Kalibrierlabor nicht gefordert.

Erfolgt immer ein Funktionstest?

Der beste Funktionstest ist die von imc empfohlene Systeminspektion:

Im Rahmen der imc Systeminspektion wird ein Funktionstest des gesamten Gerätes durchgeführt (z. B. digitale Ein-/Ausgänge, Stromversorgungen, analoge Ausgänge je nach Geräteausstattung).

Jedes Gerät durchläuft darüber hinaus eine Stück-Endprüfung (Funktionstest und Kontrollmessung einzelner Kanäle mit Kalibrator); während dieses Endtests wird jeder Kanal angemessen, es werden u.a. Rauschtests und ein Bandbreitentest vorgenommen sowie die internen Versorgungsspannungen überprüft; hier kann auch auf kundenspezifische oder gerätespezifische Bedingungen eingegangen werden (z. B. kann die Kennlinie eines speziellen MIC-Kanals überprüft werden). Funktionstest und Endprüfung werden seriennummernbezogen imc intern dokumentiert; der Kunde erhält einen Servicebericht.

Ist eine Messmittelüberwachung wirklich nötig?

Die Verwaltung und Überwachung der eingesetzten Prüfmittel soll bewirken, dass

  • Prüfung und Instandhaltung von Prüfmitteln gewährleistet sind,
  • nur geeignete Prüfmittel zur Prüfung von Produkten und Prozessen auf Konformität mit Forderungen eingesetzt werden,
  • die erforderliche Genauigkeit von Prüfmitteln (einschließlich der Normale) sichergestellt ist,
  • die Rückführbarkeit auf übergeordnete Normale gewährleistet ist,
  • Reklamationen vermieden werden, deren Ursache in fehlerhaften Messergebnissen liegt,
  • keine i.O.-Produkte ausgesondert werden und keine n. i.O.-Produkte weiterverarbeitet oder versandt werden,
  • Kunden und Zertifizierern die Konformität der Prüfmittelüberwachung mit den Anforderungen nachgewiesen werden kann,
  • eine Übersicht über alle eingesetzten bzw. vorhandenen Prüfmittel verfügbar ist,
  • das Mitarbeiterbewusstsein hinsichtlich der Ausführung von Prüfungen und der Handhabung der Prüfmittel verbessert wird.
Warum ist imc gleich gut qualifiziert wie ein akkreditiertes Prüflabor?

Dies in DAR-4-EM-03 „Leitfaden zur Rückführung im Prüfwesen“ dargestellt, unter Abschnitt 3 „Instrumente der Rückführung im Prüfwesen“ – Kompetenznachweis - Messtechnische Rückführung auf SI-Einheiten steht (Auszug):
...
Danach können die entsprechenden Forderungen der DIN EN ISO/IEC 17025 als erfüllt gelten, wenn
...
(3.1.3) ein Kalibrier- oder Prüfschein vom Hersteller der Mess- oder Prüfeinrichtung vorliegt, welcher die Kalibrierung und die Rückführung auf SI-Einheiten mittels dokumentiert rückgeführter Bezugsnormale im Sinne des Punktes 3.1.5 und unter Nutzung allgemein anerkannter Verfahren darlegt bzw. die Kalibrierung und die Rückführung auf SI-Einheiten durch ein kompetentes Kalibrierlaboratorium darlegt;
...
(3.1.5) die Kalibrierung im Prüflaboratorium mittels allgemein anerkannter und festgelegter Verfahren erfolgt und dafür geeignete Bezugsnormale, die durch ein kompetentes Kalibrierlaboratorium außerhalb oder innerhalb des Prüflaboratoriums rückführbar kalibriert wurden, zur Verfügung stehen;

Die Punkte 3.1.3 und 3.1.5 werden durch die imc Prüfmittelverwaltung sicher gestellt, daher ist imc gleich gut qualifiziert wie ein akkreditiertes Prüflabor.

Kann ich imc Messgeräte nur bei imc kalibrieren lassen? Kann ich ein imc Messgerät selbst kalibrieren? Wer kann imc Messgeräte kalibrieren?

Natürlich können Sie jedes akkreditierte Kalibrierlabor mit der Kalibrierung beauftragen. Oft ist es dem Anwender mit Hilfe seiner hauseigenen Kalibrierstelle auch relativ einfach möglich, selbst die verwendeten Messkanäle zu kalibrieren bzw. es wird ohnehin vor jeder Messung eine Kalibrierung der gesamten Messkette durchgeführt. In diesen Fällen empfehlen wir eine Wartung der Messsysteme alle 24 bis 60 Monate je nach Typ und Anwendung. Gerne sind wir Ihnen bei der Erstellung von Prüfplänen behilflich.

Justage und ein kompletter Funktionstest für die imc Messgeräte sind zurzeit nur bei imc möglich.

Arbeitet imc mit einem akkreditierten Kalibrierlabor zusammen? Welches akkreditierte Kalibrierlabor kann imc empfehlen?

Die bei imc verwendeten Referenzen und Normale werden regelmäßig im Rahmen unserer Prüfmittelüberwachung in akkreditierten Kalibrierlaboren kalibriert und ggf. justiert.

Viele unserer Kunden haben akkreditierte Kalibrierlabore mit Ihrer Prüfmittelüberwachung beauftragt. Diese beauftragen wiederum uns als kompetenten Hersteller mit allen Servicearbeiten, die über eine Kalibrierung hinausgehen wie Justage, kompletter Funktionstest, Systempflege, Wartung, Reparaturen, Leihgeräteservice etc. Insofern arbeiten wir mit allen Kalibrierstellen der Firmen und selbständigen Kalibrierlaboren seit Jahren eng und kooperativ zusammen. Da die Kompetenz der akkreditierten Kalibrierlabore durch unabhängige Begutachter regelmäßig überprüft wird, können wir hier keine besondere Empfehlung geben.

Wo kann ich das für eine Kalibrierung oder Justage benötige Equipment kaufen?

Gerne bieten wir Ihnen entsprechendes Zubehör an: Für eine Kalibrierung benötigen Sie i.a. die gerätespezifische Anschlusstechnik; wahrscheinlich Musterprotokolle und einen Prüfplan. Gerne sind wir Ihnen bei der Erstellung von Prüfplänen und Schulungsplänen für Ihr Personal behilflich.
Der Erwerb des für eine Justage / Kompletttest nach Herstellerspezifikation benötigten Equipments sowie der Erwerb und Erhalt des „know how“ sind jedoch nur wirtschaftlich, wenn Sie sehr viele (> 100) gleichartige Systeme regelmäßig prüfen müssen bzw. bei sehr hohen logistischen Aufwendungen für Versand. Typische Servicearbeiten (Reparatur, Systempflege, Update, Umbau, Wartung) sind jedoch weiterhin nur bei imc möglich.

Zertifikat (Werkskalibrierschein): Warum sind standardmäßig keine Messwerte pro Kanal angegeben?

Im Allgemeinen genügt unseren Kunden der imc Werkskalibrierschein mit Kalibrierzertifikat nach DIN EN ISO 9001 für ein Gerät. Die imc Kalibrierung beinhaltet eine Eingangskalibrierung (Feststellung der Istwerte, über Abweichungen außerhalb der Toleranzen wird der Anwender informiert), eine komplette Funktionsprüfung, einen erneuten Abgleich mit anschließender Kalibrierung. Der Anwender erhält einen Werkskalibrierschein ohne Messwerte.

Der Werkskalibrierschein erklärt die Gültigkeit der Kalibrierung anhand der aufgeführten Seriennummern (Identifikation des Prüflings); über die Seriennummern des Systems und der Messmodule erfolgt eine eindeutige Zuordnung zu den Protokollen mit den Messwerten; in den Dateiköpfen der Protokolle sind die jeweils verwendeten Prüfmittel und Referenzen mit Ihren imc Prüfmittelnummern aufgeführt.

Optional kann ein kompletter Protokollsatz mit Messwerten und Liste der verwendeten Prüfmittel bestellt werden (Messwerte “wie erhalten” + “nach Abgleich”). Solch ein kompletter Protokollsatz wird z. B. für Trendanalysen zur Bestimmung von Kalibrierintervallen oder im Rahmen von Typtests und Qualitätssicherungs-Audits benötigt, ist aber für einen zurückgeführten Kalibriernachweis nach z. B. ISO 9001ff nicht notwendig. Wir liefern diesen vollständigen Protokollsatz nicht standardmäßig mit, um Kosten für uns und unsere Kunden zu sparen. Die Kalibrierprotokolle mit den Messwerten werden jedoch immer automatisch archiviert und sind 10 Jahre nachlieferbar.

Kommen Geräte zu uns zu Servicearbeiten, wie Inspektion, Wartung oder Reparatur, liefern wir zusätzlich einen Servicebericht, auf dem alle Arbeiten vermerkt sind.

Warum sollte mit jeder Reparatur oder Kalibrierung eine Systeminspektion verbunden werden?

Das Gerät kommt vollständig funktionsgetestet (und ggf. sicher repariert) zurück zum Anwender!

Die imc Systeminspektion ist der beste und sicherste 100% Funktionstest, bei dem auch versteckte Fehler gefunden werden.

Bei Reparaturen ist oft auf Grund des Fehlers oder wegen Teiletausch ein Neuabgleich erforderlich

Beispiel: Netzteildefekt wird gemeldet.
Fehlerbild: defekte Eingangskanäle belasten das Netzteil.
Zusätzlich: DAC (Analoge Ausgänge) Kanal 2 defekt.

Warum dauert eine imc Kalibrierung so lange?

Typischerweise beträgt die Durchlaufzeit bei imc für eine Kalibrierung / Justage oder eine Systeminspektion auf Grund der hohen Prüfschärfe und der Aufwärmzeiten 7-10 Werktage. Dazu kommen Zeiten für Versand, Auftragsklärung, Absprachen bei unvorhergesehenen Reparaturen etc.
Um Totzeiten zu vermeiden, ist es wichtig, dass Serviceaufträge vor Wareneingang bei imc weitestgehend geklärt sind.

Wenn Sie vermuten, Ihr Gerät wäre defekt bzw. benötigt eine Kalibrierung, Systemupdate oder einen Umbau, so ist es in jedem Fall nötig vor dem Versand unsere Hotline zu kontaktieren. An der Hotline erhalten Sie auch eine RMA-Nummer (Rücksende-, Vorgangs- und Auftragsnummer).

Um Ihnen diesen Vorgang zu erleichtern, können Sie im Internet ein Formular herunterladen, dass Sie uns per Fax oder Email zusenden.

Oder rufen Sie uns einfach an!

Bitte schicken Sie keine Geräte ohne uns vorher kontaktiert und eine RMA-Nummer erhalten zu haben.

Sie können mit uns auch im Rahmen von Serviceverträgen feste Reaktionszeiten oder einen Expresservice vereinbaren!

Was bedeutet das bei Neugeräten mitgelieferte Kalibrierzertifikat?

Standardmäßig liefern wir zu allen Messgeräten einen Werkskalibrierschein mit einer Auflistung der Gerätemodule mit Ihren Seriennummern. Dieser Schein ist praktisch eine Erklärung, dass wir (auf Nationale Normale) zurückgeführt kalibriert haben. Die Kalibrierprotokolle mit den Messwerten werden automatisch archiviert und sind optional lieferbar (bis zu 10 Jahre auch nachlieferbar). Im Protokollkopf sind die jeweils verwendeten Prüfmittel mit ihrer imc internen Prüfmittelnummer angegeben, darüber und durch unser Prüfmittelmanagement nach ISO 9001:2008 ist die Rückführung gewährleistet.

Können Sie mir die Messwertprotokolle auch in elektronischer Form bereit stellen?

Auf Wunsch erzeugen wir aus dem Protokollsatz eine PDF Datei. Bitte beachten Sie, dass ein vollständiger Geräteprotokollsatz auch schon einmal mehr als 300 Seiten umfassen kann.

Mit Servicevertrag können wir Ihnen die Protokollsätze im Internet zum Download bereit stellen. Fragen Sie nach unserem Web-Service. Dafür richten wir Ihnen einen mit Passwort geschützten, eigenen Bereich ein.

Ich habe zwei Kalibrierscheine erhalten, welcher ist der richtige?

Die imc Kalibrierung beinhaltet eine Eingangskalibrierung (Feststellung der Istwerte, über Abweichungen außerhalb der Toleranzen werden Sie informiert), eine kurze Funktionsprüfung, einen erneuten Abgleich und eine anschließende Ausgangs-Kalibrierung.

Der Protokollsatz der Eingangskalibrierung wird mit „[Kalibrierscheinnummer]_C“ gekennzeichnet. Der Protokollsatz nach Justage und erneuter Kalibrierung ist ohne Zusatz gekennzeichnet mit „[Kalibrierscheinnummer]“

Warum ist die imc Kalibrierung so teuer?

Alle Kunden stehen unter Preisdruck und natürlich werden regelmäßig die laufenden Betriebskosten im Service und zur Systempflege angesprochen. Oft herrscht große Unsicherheit beim Anwender (dessen Chef das Budget hat) und dem internen oder externen Kalibrierlabor. Bis 2003 waren wir alle stets unsicher in unseren Aussagen und verwendeten obendrein noch unklare Begriffe (z.B. Kalibrierung... was ist das eigentlich?)

Die wesentliche Konsequenz für uns war, dass wir die Preisliste und unsere Terminologie geändert haben:
- Systemkalibrierung = System-Inspektion + (Eingangs-) Kalibrierung + Justage
- Systemrevision = Inspektion plus update
- Systemumbau = inkl. Sytemrevision

Zusätzlich haben wir neue Dienstleistungsartikel wie Systempflege, Expressservice, Gewährleistungsverlängerung und individuelle Serviceverträge in unser Programm aufgenommen und das Ganze läuft nun seit drei Jahren sehr erfolgreich und mit sehr gutem Feedback.

Die Kalibrierung bei imc ist nicht teurer, als z. B. in einem Kalibrierlabor. Ganz im Gegenteil: Dadurch, dass wir den Komplettservice aus einer Hand bieten, sparen Sie Zeit, Kosten und Nerven!

Vergleichen Sie ruhig die Kosten der letzten 3 Jahre im Service mit den Anschaffungskosten!
„Wir schützen Ihre Investition!“ ist unser erfolgreiches Motto. Testen Sie uns!

Manchmal bekomme ich von imc ein Testzertifikat und kein Kalibrierzertifikat, was ist der Unterschied?

Bei rein digitalen Modulen (wie z.B. DI, DO, ENC, INC, imc BUSDAQ) oder nach Test von Geräten im Service, bei denen keine Kalibrierung bestellt ist, zertifizieren wir den Funktionstest mit einem Testzertifikat. Das ist eine freiwillige Zusatzleistung von imc, es besteht kein Rechtsanspruch.

Messwerte dafür werden i.a. nicht archiviert, können aber gegen Aufpreis aufgenommen werden; es ist aber keine nachträgliche Lieferung der Messwerte möglich.

Beispiel imc CRONOS-PL (CRPL/BR-4) mit Preisen

Der CRPL-BR-4 ist ein Messeinschub für die Meßsystemfamilie imc CRONOS-PL
Folgende Grundfunktionen kann der Nutzer einstellen (je Kanal):

+ Brücke TF: 9 x 3 Messbereiche @ 5V, 2,5 V, 1 V

+ Brücke DC: 9 x 3 Messbereiche @ 5V, 2,5 V, 1 V

+ Jeweils 4 Modi (Voll-Brücke, Halb-Brücke, Viertel-Brücke 120 Ohm, 350 Ohm)
    (= 216 Bereiche Brückenmessung)

+ DC-Verstärker: 13 Messbereiche Gleichspannungsmessung 5 mV .. 50 V

= 229 Grundmessbereiche (weiter möglich Strommessung, ICP-Messung)

DKD 2622 Blatt 20 beschreibt die Kalibrierung von Gleichspannungsmessverstärkern
In dieser Richtlinie wird u.a. die Kalibrierung von vorzugsweise 10 Stützstellen je Polarität und Messbereich empfohlen, darüber hinaus eine 6 malige Wiederholprüfung2 = 6 x 4.580 Messpunkte je Kanal.

Entwickelt man aus dieser Empfehlung einen Prüfplan mit 5 Stützstellen je Messbereich (keine Wiederholprüfungen) so wären für eine Kalibrierung der vollen Messfunktionalität des 4-Kanal Messverstärkers
4.580 Messpunkte zu kalibrieren.
Wichtig! Dann wurde aber auch nur eine Abtastzeit sowie eine Filtereinstellung kalibriert!

Bei manueller und vollständiger Prüfung und bei angenommener Prüfzeit von 1 min pro Messpunkt (Einschwingzeit, Messwertaufnahme z.B. in Excel) ergibt sich eine Prüfzeit von mehr als 70 h oder ca. 10 Arbeitstage. Bei Veranschlagung eines Stundensatzes von 95 EUR wären dies mehr als 7000 EUR bei Abrechnung nach Aufwand; einige Kalibrierlabore rechnen nach Messpunkten ab ...

Diese Vorgehensweise ist wirtschaftlich sehr aufwändig, nicht für die Serienprüfung geeignet und wird daher sicher nur in Ausnahmefällen als Kalibriernachweis zur Anwendung kommen.

Eine Alternative für eine Konformitätsaussage „Nutzbare Messfunktionalität wurde kalibriert“ ist die Kalibrierung nach imc Herstellerspezifikation:
Gleichzeitig mit der Entwicklung des Messverstärkers erfolgt auch die Entwicklung der Verfahren für die Justage und Kalibrierung, die Verifikation ist Ziel der Typprüfung. Dabei müssen verschiedene Parameter wegen Ihrer Abhängigkeit von Bauteileeigenschaften und der Betriebstemperatur justiert werden, weitere Parameter wie die gewählte Abtastrate oder die gewählte Filterung dürfen nach den Designvorgaben die Messgenauigkeit nicht beeinflussen.

Als ein Abnahmeergebnis entstehen die Verfahren, die letztendlich in der Serienfertigung sowie im Service als Optimum aus Prüfschärfe, Normenkonformität und Wirtschaftlichkeit angewendet werden.


Gemäß der imc Herstellerspezifikation für den BR-4 werden folgende Messpunkte justiert und kalibriert (jeweils 4 Kanäle):

+ DC 5 mV ... 50 V:
Verstärkung: 13 Messbereiche * 3 Messpunkte,
+ Offset 13 Messpunkte (208 Messpunkte)
+ interne Referenzgrößen (nicht extern zugänglich): 18 Messpunkte
+ TF-Modus Vollbrücke, Versorgung 5 V, Tiefpaß 10 Hz
   in den Messbereichen 1 mV/V, 10 mV/V, 50 mV/V, 200 mV/V: 16 Messpunkte
+ DC Modus Vollbrücke 9 Messbereiche: 108 Messpunkte

= in Summe 350 Messpunkte

Um nach dieser Spezifikation prüfen zu können, muss die Kalibriervoraussetzung erfüllt werden; dies geschieht in Funktionstests vor und nach der Kalibrierung, bei dem weitere Messpunkte nach imc Prüfplan mit pass/fail Aufschrieb geprüft werden:

- Offsetmessung und Rauschtest mit Kurzschluss direkt am Gerät bei hoher Abtastrate ohne Filter
Hintergrund:
Bei zu hohen Offsets oder zu hohem Rauschen liegt ein Defekt vor, der die Kalibriervoraussetzungen ggf. verletzt. Zu hohes Rauschen kann durch Mittelung der Signale zu einem scheinbaren Offset bzw. zu scheinbaren Nichtlinearitäten führen.
- Prüfung von Referenzspannungen, Versorgungsspannungen
- Prüfung der vom Prüfling ausgegebenen Kalibriersignale (z. B. Kalibriersprung bei Brücken)
- Prüfen von Grundfunktionen wie Auto-Brückenabgleich
- Prüfen der Leistungsaufnahme


Diese Prüfungen erfolgen im allgemeinen während der Aufwärmzeit.
Der Prüfplan zur Bestätigung der Kalibriervoraussetzung wird bei neuen Erkenntnissen im Service ggf. angepaßt.

Der bestandene Funktionstest gemäß imc Prüfplan als Kalibriervoraussetzung mit anschließender Kalibrierung nach imc Herstellerspezifikation führt zur Konformitätsaussage
„Auf Nationale Normale zurückgeführt kalibriert nach Herstellerspezifikation“.

Beispiel:
Die Baugruppe CRPL/BR-4 hat einen Listenpreis von 3.335 EUR. (alle Preise Stand 2010). Die Justage für den CRPL/BR-4 kostet 110 EUR und beinhaltet Eingangskalibrierung, Justage, Ausgangskalibrierung und Werkskalibrierschein. Optional ist auch eine einfache Kalibrierung ohne Justage für 99EUR bestellbar, wenn auch nicht empfohlen. Ein Protokollsatz mit den Messwerten wie unten beschrieben ist für 15 EUR mit – oder nachlieferbar.

Mit den o.g. Preisen ergeben sich für diese Konformitätsaussage Kosten je Messpunkt von
< 0,32 EUR / Messpunkt (mit Messwertprotokoll 0,36 EUR) für die Justage inkl. Eingangskalibrierung bzw.
< 0,29 EUR / Messpunkt (mit Messwertprotokoll 0,33 EUR) für die Kalibrierung ohne Justage.

Kosten der Justage inkl. Eingangskalibrierung: 3.3 % vom Anschaffungspreis (mit Messwertprotokoll 3,8 %)
Kosten der Kalibrierung (ohne Justage): 3.0 % vom Anschaffungspreis (mit Messwertprotokoll 3,4 %)

In unserem Artikel „Serviceablauf von imc-Messgeräten: Kalibrierung, Abgleich, Wartung, Reparatur und sonstige Dienstleistungen“ haben wir weitere Beispiele mit Preisangaben erläutert.

 

² DKD2622, Blatt 20 (Entwurf 09/2003) Zitat Abschnitt 3.2.3: ... Zur Charakterisierung des Verhaltens von Messverstärkern für einen definierten Eingangssignalbereich wird das Ausgangssignal des Messverstärkers bei äquidistant verteilten Eingangswerten (vorzugsweise an zehn Stützstellen je Polarität) – abhängig von dem zur Verfügung stehenden Spannungsverhältnisnormal – vorzugsweise 6-mal wiederholt gemessen

Normen, verwendete Quellen und Literaturhinweise

Die häufigsten Fragen zur Kalibrierung haben wir in einem Artikel auf unserer Homepage zusammengefasst: www.imc-berlin.de/support => Kalibrierung von imc Messgeräten

Bei Interesse senden wir Ihnen gerne unser Qualitätsmanagement-Handbuch (auf CD) zu.
Siehe auch: www.imc-berlin.de/messtechnik => Kundendienst => Qualitätssicherung

Managementsysteme, Prüfmittelüberwachung, Begriffe (siehe auch www.beuth.de)


• DIN EN ISO 9000 ff: 2000: Qualitätsmanagementsysteme
• QS 9000 3rd edition (1994): Quality Systems Requirements QS 9000
(Chrysler Corp., FORD Motor Corp., General Motors Corp.)
• ISO/TS 16949 (2002) Forderungen an ein Qualitätsmanagementsystem
(dt. Übersetzung in DIN Fachbericht 78)
• VDA 6.1: Forderungen an ein Qualitätsmanagementsystem
VDA Band 6 Teil 1 (Verein der Deutschen Automobilindustrie e. V.)
• DIN 55350-11 (1987): Begriffe der Qualitätssicherung und Statistik;
Grundbegriffe der Qualitätssicherung
• DIN: Internationales Wörterbuch der Metrologie (1994)
• DIN 1319-1:1995: Grundlagen der Meßtechnik - Teil 1: Grundbegriffe
• DIN EN ISO 10012 (2004): Messmanagementsysteme - Anforderungen an Messprozesse und Messmittel
• DIN EN ISO/IEC 17025:2005 Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien (ersetzt EN 45000, setzt ISO Guide 25 um)


Kalibrierrichtlinien für elektrische Messmittel

• DIN ISO 10012-1: Messüberwachungssysteme
• ISO 8402 (1986): Qualität Begriffe
weiterhin: DIN 55350 T 11-15, 17, 18, 21-24, 31 (Begriffe) + DIN Taschenbuch 223


DKD Richtlinien, sonstige (siehe auch http://www.dkd.ptb.de)

• VDI/VDE/DGQ/DKD 2622 (Entwurf): Kalibrieren von Messmitteln für elektrische Größen (beschreibt allgemein Kalibrierverfahren)
Blatt 3: Kalibrierrichtlinien für Digitalmultimeter
Blatt 4: Kalibrierrichtlinien für Oszilloskope
Blatt 5: Funktionsgeneratoren
Blatt 11: Kalibrierrichtlinien für Spektrumanalysatoren
Blatt 20: Kalibrierung von Gleichspannungsmessverstärkern
• DKD-R 5-5 regelt die Kalibrierung von Temperaturanzeigegeräten
• DKD-R 6-1 regelt die Kalibrierung von Druckmessmodulen
• DKD-3: Angabe der Messunsicherheit bei Kalibrierungen
• DKD-4 (1991) Rückführung von Prüfmitteln auf nationale Normale
• EA Richtlinien (European cooperation for Accreditation of Laboratories):
Übersicht: DAR-INF2, z. B.
DAR-EM6: Interne Audits und QM-Bewertung in Laboratorien
DAR-EM32: Anleitung zur Akkreditierung nach ISO/IEC 17025
DAR-EM23: Sammlung von Begriffen
• DIN V ENV 13005: Leitfaden zur Angabe der Messunsicherheit beim Messen (identisch mit Guide to the expression of uncertainity in measurement = GUM)

Qualität im Internet
http://www.qm-infocenter.de
QM-Infocenter des Hanser-Verlages (Qualität und Zuverlässigkeit)

DIN 31051 von 2003 definiert die Instandhaltung inklusive Schwachstellenanalyse mit entsprechenden  Maßnahmen, siehe die Zusammenfassung in http://de.wikipedia.org/wiki/Instandhaltung

 

Wo finde ich die Angaben zur Messunsicherheit?

Frage: Bei unserem Akkreditierungsaudit wurde vom Auditor beanstandet, dass die Gesamtmessunsicherheit der bei Ihnen zur Kalibrierung verwendeten Messkette im Kalibrierzertifikat nicht angegeben ist. Um zukünftige Probleme bei unserer Akkreditierung zu vermeiden, bitten wir um eine Angabe der Messunsicherheit Ihrer zur Kalibrierung verwendeten Messkette in den Kalibrierungsunterlagen.

Die Gesamtmessunsicherheit der Messkette geben wir in unseren technischen Datenblättern an sowie im Kalibrierschein im Feld Bemerkungen.
Die Messunsicherheitsangabe im Kalibrierschein bezieht sich auf die gesamte Messkette vom Vergleichsnormal bis zum Prüfling!
z.B. Messunsicherheitsangabe: < 0,05 % vom eingestellten Messbereichsendwert bzw. < 1 K wenn nicht anders im Protokoll angegeben.
Dadurch werden die Unsicherheiten des Normals, des Prüfaufbaus, bei Wiederholmessung, zwischen verschiedenen Prüfständen, der Raumtemperatur sowie des Prüflings bereits berücksichtig!

Im Manual wird die Verstärkerunsicherheit als <0,05% "von der Anzeige" definiert; hier müsste sicher "vom Verstärkungsbereich" stehen?

< 0,05% von der Anzeige ist in diesem Fall die richtige Formulierung für den Verstärkungsfehler; vom angezeigten Wert, nicht vom Messbereichsendwert.

D.h. der absolute Fehler ist bei kleinen Werten kleiner als bei großen (Verstärkungsfehler).

Der Offsetfehler ist in % vom Messbereichsendwert (in der Bedienoberfläche einstellbar) angegeben. Der Gesamtfehler setzt sich u.a. aus Offset- und Verstärkungsfehler zusammen.

Mitunter gibt es "Interpretationsspielraum" und daraus resultierend Nachfragen bei Audits hinsichtlich der Angaben zum Ausstellungsdatum und Kalibrierdatum auf den Kalibrierscheinen, können Sie das bitte erläutern?

Die Erläuterung wurde ab 09/2006 als Fußnote auf dem Kalibrierschein aufgenommen.

Ausstellungsdatum:
Tag der Erstellung des Kalibrierscheins. Wenn nicht anders angegeben, ist das Ausstellungsdatum auch das Datum der letzten Kalibrierung durch imc. Eine Zweitausfertigung eines Kalibrierscheins (certified copy) ist entsprechend gekennzeichnet.

Datum der letzten Kalibrierung:
Ist das Ausstellungsdatum des Kalibrierscheins abweichend zum Datum der letzten Kalibrierung, so geben wir dieses Datum zusätzlich auf dem Kalibrierschein an.
Technisch bedingt kann der Protokollsatz für ein Messsystem aus mehreren Protokollen bestehen mit u.U. unterschiedlichem Datum der Durchführung der jeweiligen Kalibrierung. Das Datum der letzten Kalibrierung entspricht dann dem Erstelldatum des letzten Kalibrierprotokolls, welches zum Messsystem gehört.

Kann imc auch eine DKD Kalibrierung durchführen?

Für die von uns gelieferten imc-Messgeräte bieten wir keine DKD-Kalibrierung an. Wir können jedoch auf Anfrage ausschließlich Kalibratoren mit DKD-Kalibrierschein verwenden. Dies müsste jedoch sinnvoller Weise bereits bei der Bestellung angegeben werden. Bei der Entwicklung unserer Kalibrierverfahren berücksichtigen wir die Verfahren, wie sie z.B. beim DKD beschrieben werden.

Was sagt die „fail“ Bewertung im Kalibrierprotokoll aus?

Die Eingangskalibrierung erhält eine "fail" Bewertung, wenn ein Kanal die maximale Toleranz überschreitet. Die Eingangskalibrierung beschreibt also den IST-Zustand vor der Justage. Nach der Eingangskalibrierung erfolgt die Justage aller Kanäle, anschließend wird das mit der Ausgangskalibrierung überprüft und nachgewiesen. Auf der Ausgangskalibrierung darf keine "fail" Bewertung vorkommen, denn sie beschreibt den IST-Zustand nach der Justage.

Die Toleranz für die Abweichung eines Kanal bei der Kalibrierung ist sehr viel enger definiert als die Toleranz laut technischem Datenblatt.

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