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Fragen zum imc Kalibrierverfahren / Prüfplan

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Nach welchen Normen kalibrieren Sie ihre Geräte?

Im Moment sind Abgleich und Kalibrierung bei imc Fertigungsstufen im Rahmen des Herstellprozesses bzw. des Service, d. h. wir betreiben kein als solches speziell abgegrenztes Prüf- oder Kalibrierlabor, sondern sogenannte Abgleich- und Prüfplätze, die in den Fertigungsablauf integriert sind. Abläufe und Verfahren werden in Verfahrensanweisungen und Prüfanweisungen sowie in produktindividuellen Prüfplänen als Teil unseres integrierten Managementsystems festgelegt. Sämtliche Verfahren sind von imc selbst entwickelte Verfahren.

Sämtliche bei imc verwendete Kalibrier-Verfahren und Abgleichprozeduren werden mit dem Ziel einer möglichst hohen Prüfschärfe bei vertretbarem wirtschaftlichen Aufwand im Rahmen unserer Typprüfung entwickelt, validiert und für die Serienprüfung optimiert. Die Messwertprotokolle sind dabei Nachweis und Prüfplan (Herstellerspezifikation) zugleich. Auf dieser Basis können leicht kundenindividuelle Prüfpläne entwickelt werden; dabei unterstützen wir Sie gerne.

Gleichzeitig mit der Entwicklung des Messverstärkers erfolgt auch die Entwicklung der Verfahren für die Justage und Kalibrierung, die Verifikation ist Ziel der Typprüfung. Dabei müssen verschiedene Parameter wegen Ihrer Abhängigkeit von Bauteileigenschaften und der Betriebstemperatur justiert werden, weitere Parameter wie die gewählte Abtastrate oder die gewählte Filterung dürfen nach den Designvorgaben die Messgenauigkeit nicht beeinflussen.

Als ein Abnahmeergebnis entstehen die Verfahren, die letztendlich in der Serienfertigung sowie im Service als Optimum aus Prüfschärfe, Normenkonformität und Wirtschaftlichkeit angewendet werden.

In der Typprüfung „Kalibrierung“ verwenden wir zurzeit folgende Normen und Standards:

Die Normenreihe VDI/VDE/DGQ/DKD 2622: Kalibrieren von Messmitteln für elektrische Größen beschreibt grundsätzliche Kalibrierverfahren, darüber hinaus betreffen folgende Standards unsere Produkte:

DKD 2622 Blatt 5 beschreibt die Kalibrierung von Funktionsgeneratoren
DKD 2622 Blatt 11: Kalibrierrichtlinien für Spektrumanalysatoren
DKD 2622 Blatt 20 beschreibt die Kalibrierung von Gleichspannungsmessverstärkern

Weitere Standards und Richtlinien:

DKD-R 5-5 regelt die Kalibrierung von Temperaturanzeigegeräten
DKD-R 6-1 regelt die Kalibrierung von Druckmessmodulen
Netzqualität, Spannungsqualität: EN 50160 bzw. DIN 61000-4-30

Beinhaltet die Kalibrierung auch eine Justage/Abgleich?

Ja. Die imc Kalibrierung beinhaltet eine Eingangskalibrierung (Feststellung der Istwerte, über Abweichungen außerhalb der Toleranzen werden Sie informiert), eine kurze Funktionsprüfung, einen erneuten Abgleich und anschließende Kalibrierung, siehe zusätzlich (1).
Sie erhalten einen Werkskalibrierschein ohne Messwerte, die Protokolle sind aber optional erhältlich.

Die imc Systeminspektion beinhaltet eine aus Herstellersicht komplette Funktionsprüfung, bei der auch versteckte Fehler gefunden werden können. Sie erhalten einen Servicebericht.

(1) Auf Wunsch können wir Ihnen auch die Dienstleistung „Nur Kalibrierung“ anbieten (keine Justage, kein weiterer Funktionstest) bzw. nur Funktionstest (Systeminspektion). Seit 2005 haben wir daher folgende Artikel in unsere Preisliste aufgenommen:

  • Kalibrierung (Beinhaltet: Eingangskalibrierung, Werkskalibrierschein nach ISO 9001)
  • Justage (Beinhaltet: Eingangskalibrierung, Justage, Ausgangskalibrierung, Werkskalibrierschein als Kalibriernachweis nach ISO 9001)
  • Systeminspektion (Beinhaltet Systemüberprüfung, Funktionsüberprüfung, Servicebericht)


Die von uns empfohlene und von unseren Kunden geschätzte imc-Kalibrierung ist die Kombination aus Justage und Systeminspektion. Mehr Infos dazu im Flyer "Systempflege".

Können auch nur einzelne Kanäle kalibriert werden?

Auf Wunsch kalibrieren wir auch einzelne Kanäle nach kundenspezifischem Prüfplan.

Die imc DEVICES-, imc STUDIO- oder imc CANSAS-Bedienoberfläche lässt die Hinterlegung von Korrekturgrößen für den Offset oder die Verrechnung von speziellen Kennlinien zu, die anwendungsbezogen geladen werden können. Dies benutzen wir z.B. bei unseren Prüfstandsapplikationen.

Eine Justage einzelner Kanäle mit fester Hinterlegung der Korrekturwerte im Speicher der Baugruppe ist i.a. nicht möglich bzw. sehr aufwändig, es können nur ganze Baugruppen oder Systeme insgesamt justiert werden.

Darüber hinaus wäre die aufwändigere Prüfmittelverwaltung für komplexe Messsysteme, bei denen nur einzelne Funktionen justiert oder kalibriert sind zu erwähnen.

Haben Sie spezielle Wünsche, kontaktieren Sie bitte unsere Hotline.

Kalibrierung: Welche Punkte eines Messbereiches werden angefahren? Wird jeder Messbereich/Betriebsart überprüft? Wie überprüft bzw. kalibriert imc die einzelnen Messkanäle?

Bei der Kalibrierung nach imc Herstellerspezifikation wird an jeden Kanal in jedem funktionsbestimmenden Messbereich ein Sollwert eines Kalibrators mit dem Messwert des Systems verglichen. Daraus wird ein Korrekturwert gebildet und beim anschließenden Abgleich im Gerätespeicher abgelegt. Nach dem Abgleich folgt eine erneute Kalibrierung. Die Protokolle werden für 10 Jahre bei imc (elektronisch) archiviert. Die verwendeten Prüfmittel unterliegen der imc-Prüfmittelüberwachung und sind auf Nationale Normale gemäß ISO 9001 zurückgeführt.

Die je Gerät zu kalibrierenden Größen hängen von der Geräteausstattung ab; im allgemeinen wird eine DC-Spannungskalibrierung (Offset und Verstärkung über 3 Punkte), eine Kalibrierung interner Referenzquellen (z. B. PT100 Stromquelle) sowie bei Temperaturmessgeräten eine Temperaturkalibrierung (Thermoelement Typ K, 1 Messpunkt mit Isothermalbox) durchgeführt.

Um nach dieser Spezifikation prüfen zu können, muss die Kalibriervoraussetzung erfüllt werden; dies geschieht in Funktionstests vor und nach der Kalibrierung, bei dem weitere Messpunkte nach imc Prüfplan mit pass/fail Aufschrieb geprüft werden, z.B.:
- Offsetmessung und Rauschtest mit Kurzschluss direkt am Gerät bei hoher Abtastrate ohne Filter
Hintergrund: Bei zu hohen Offsets oder zu hohem Rauschen liegt ein Defekt vor, der die     Kalibriervoraussetzungen ggf. verletzt. Zu hohes Rauschen kann durch Mittelung der Signale zu  einem scheinbaren Offset bzw. zu scheinbaren Nichtlinearitäten führen.
- Prüfung von Referenzspannungen, Versorgungsspannungen
- Prüfung der vom Prüfling ausgegebenen Kalibriersignale (z. B. Kalibriersprung bei Brücken)
- Prüfen von Grundfunktionen wie Auto-Brückenabgleich
- Prüfen der Leistungsaufnahme

Diese Prüfungen erfolgen im allgemeinen während der Aufwärmzeit.
Der Prüfplan zur Bestätigung der Kalibriervoraussetzung wird bei neuen Erkenntnissen im Service ggf. angepasst.

Der bestandene Funktionstest gemäß imc Prüfplan als Kalibriervoraussetzung mit anschließender Kalibrierung nach imc Herstellerspezifikation führt zur Konformitätsaussage
„Auf Nationale Normale zurückgeführt kalibriert nach Herstellerspezifikation“.

Speziell vom Auftraggeber geforderte weitere Messpunkte werden danach zusätzlich kalibriert.
Einige Prüfpläne und weitere Erläuterungen finden Sie in unserem Artikel „Serviceablauf von imc-Messgeräten: Kalibrierung, Abgleich, Wartung, Reparatur und sonstige Dienstleistungen“

Erfolgt immer ein Funktionstest?

Der beste Funktionstest ist die von imc empfohlene Systeminspektion:

Im Rahmen der imc Systeminspektion wird ein Funktionstest des gesamten Gerätes durchgeführt (z. B. digitale Ein-/Ausgänge, Stromversorgungen, analoge Ausgänge je nach Geräteausstattung).

Jedes Gerät durchläuft darüber hinaus eine Stück-Endprüfung (Funktionstest und Kontrollmessung einzelner Kanäle mit Kalibrator); während dieses Endtests wird jeder Kanal angemessen, es werden u.a. Rauschtests und ein Bandbreitentest vorgenommen sowie die internen Versorgungsspannungen überprüft; hier kann auch auf kundenspezifische oder gerätespezifische Bedingungen eingegangen werden (z. B. kann die Kennlinie eines speziellen MIC-Kanals überprüft werden). Funktionstest und Endprüfung werden seriennummernbezogen imc intern dokumentiert; der Kunde erhält einen Servicebericht.

Warum sollte mit jeder Reparatur oder Kalibrierung eine Systeminspektion verbunden werden?

Das Gerät kommt vollständig funktionsgetestet (und ggf. sicher repariert) zurück zum Anwender!

Die imc Systeminspektion ist der beste und sicherste 100% Funktionstest, bei dem auch versteckte Fehler gefunden werden.

Bei Reparaturen ist oft auf Grund des Fehlers oder wegen Teiletausch ein Neuabgleich erforderlich

Beispiel: Netzteildefekt wird gemeldet.
Fehlerbild: defekte Eingangskanäle belasten das Netzteil.
Zusätzlich: DAC (Analoge Ausgänge) Kanal 2 defekt.

Warum dauert eine imc Kalibrierung so lange?

Typischerweise beträgt die Durchlaufzeit bei imc für eine Kalibrierung / Justage oder eine Systeminspektion auf Grund der hohen Prüfschärfe und der Aufwärmzeiten 7-10 Werktage. Dazu kommen Zeiten für Versand, Auftragsklärung, Absprachen bei unvorhergesehenen Reparaturen etc.
Um Totzeiten zu vermeiden, ist es wichtig, dass Serviceaufträge vor Wareneingang bei imc weitestgehend geklärt sind.

Wenn Sie vermuten, Ihr Gerät wäre defekt bzw. benötigt eine Kalibrierung, Systemupdate oder einen Umbau, so ist es in jedem Fall nötig vor dem Versand unsere Hotline zu kontaktieren. An der Hotline erhalten Sie auch eine RMA-Nummer (Rücksende-, Vorgangs- und Auftragsnummer).

Um Ihnen diesen Vorgang zu erleichtern, können Sie im Internet ein Formular herunterladen, dass Sie uns per Fax oder Email zusenden.

Oder rufen Sie uns einfach an!

Bitte schicken Sie keine Geräte ohne uns vorher kontaktiert und eine RMA-Nummer erhalten zu haben.

Sie können mit uns auch im Rahmen von Serviceverträgen feste Reaktionszeiten oder einen Expresservice vereinbaren!

Können Sie mir die Messwertprotokolle auch in elektronischer Form bereit stellen?

Auf Wunsch erzeugen wir aus dem Protokollsatz eine PDF Datei. Bitte beachten Sie, dass ein vollständiger Geräteprotokollsatz auch schon einmal mehr als 300 Seiten umfassen kann.

Mit Servicevertrag können wir Ihnen die Protokollsätze im Internet zum Download bereit stellen. Fragen Sie nach unserem Web-Service. Dafür richten wir Ihnen einen mit Passwort geschützten, eigenen Bereich ein.

Ich habe zwei Kalibrierscheine erhalten, welcher ist der richtige?

Die imc Kalibrierung beinhaltet eine Eingangskalibrierung (Feststellung der Istwerte, über Abweichungen außerhalb der Toleranzen werden Sie informiert), eine kurze Funktionsprüfung, einen erneuten Abgleich und eine anschließende Ausgangs-Kalibrierung.

Der Protokollsatz der Eingangskalibrierung wird mit „[Kalibrierscheinnummer]_C“ gekennzeichnet. Der Protokollsatz nach Justage und erneuter Kalibrierung ist ohne Zusatz gekennzeichnet mit „[Kalibrierscheinnummer]“

Warum ist die imc Kalibrierung so teuer?

Alle Kunden stehen unter Preisdruck und natürlich werden regelmäßig die laufenden Betriebskosten im Service und zur Systempflege angesprochen. Oft herrscht große Unsicherheit beim Anwender (dessen Chef das Budget hat) und dem internen oder externen Kalibrierlabor. Bis 2003 waren wir alle stets unsicher in unseren Aussagen und verwendeten obendrein noch unklare Begriffe (z.B. Kalibrierung... was ist das eigentlich?)

Die wesentliche Konsequenz für uns war, dass wir die Preisliste und unsere Terminologie geändert haben:
- Systemkalibrierung = System-Inspektion + (Eingangs-) Kalibrierung + Justage
- Systemrevision = Inspektion plus update
- Systemumbau = inkl. Sytemrevision

Zusätzlich haben wir neue Dienstleistungsartikel wie Systempflege, Expressservice, Gewährleistungsverlängerung und individuelle Serviceverträge in unser Programm aufgenommen und das Ganze läuft nun seit drei Jahren sehr erfolgreich und mit sehr gutem Feedback.

Die Kalibrierung bei imc ist nicht teurer, als z. B. in einem Kalibrierlabor. Ganz im Gegenteil: Dadurch, dass wir den Komplettservice aus einer Hand bieten, sparen Sie Zeit, Kosten und Nerven!

Vergleichen Sie ruhig die Kosten der letzten 3 Jahre im Service mit den Anschaffungskosten!
„Wir schützen Ihre Investition!“ ist unser erfolgreiches Motto. Testen Sie uns!

Beispiel imc CRONOS-PL (CRPL/BR-4) mit Preisen

Der CRPL-BR-4 ist ein Messeinschub für die Meßsystemfamilie imc CRONOS-PL
Folgende Grundfunktionen kann der Nutzer einstellen (je Kanal):

+ Brücke TF: 9 x 3 Messbereiche @ 5V, 2,5 V, 1 V

+ Brücke DC: 9 x 3 Messbereiche @ 5V, 2,5 V, 1 V

+ Jeweils 4 Modi (Voll-Brücke, Halb-Brücke, Viertel-Brücke 120 Ohm, 350 Ohm)
    (= 216 Bereiche Brückenmessung)

+ DC-Verstärker: 13 Messbereiche Gleichspannungsmessung 5 mV .. 50 V

= 229 Grundmessbereiche (weiter möglich Strommessung, ICP-Messung)

DKD 2622 Blatt 20 beschreibt die Kalibrierung von Gleichspannungsmessverstärkern
In dieser Richtlinie wird u.a. die Kalibrierung von vorzugsweise 10 Stützstellen je Polarität und Messbereich empfohlen, darüber hinaus eine 6 malige Wiederholprüfung2 = 6 x 4.580 Messpunkte je Kanal.

Entwickelt man aus dieser Empfehlung einen Prüfplan mit 5 Stützstellen je Messbereich (keine Wiederholprüfungen) so wären für eine Kalibrierung der vollen Messfunktionalität des 4-Kanal Messverstärkers
4.580 Messpunkte zu kalibrieren.
Wichtig! Dann wurde aber auch nur eine Abtastzeit sowie eine Filtereinstellung kalibriert!

Bei manueller und vollständiger Prüfung und bei angenommener Prüfzeit von 1 min pro Messpunkt (Einschwingzeit, Messwertaufnahme z.B. in Excel) ergibt sich eine Prüfzeit von mehr als 70 h oder ca. 10 Arbeitstage. Bei Veranschlagung eines Stundensatzes von 95 EUR wären dies mehr als 7000 EUR bei Abrechnung nach Aufwand; einige Kalibrierlabore rechnen nach Messpunkten ab ...

Diese Vorgehensweise ist wirtschaftlich sehr aufwändig, nicht für die Serienprüfung geeignet und wird daher sicher nur in Ausnahmefällen als Kalibriernachweis zur Anwendung kommen.

Eine Alternative für eine Konformitätsaussage „Nutzbare Messfunktionalität wurde kalibriert“ ist die Kalibrierung nach imc Herstellerspezifikation:
Gleichzeitig mit der Entwicklung des Messverstärkers erfolgt auch die Entwicklung der Verfahren für die Justage und Kalibrierung, die Verifikation ist Ziel der Typprüfung. Dabei müssen verschiedene Parameter wegen Ihrer Abhängigkeit von Bauteileeigenschaften und der Betriebstemperatur justiert werden, weitere Parameter wie die gewählte Abtastrate oder die gewählte Filterung dürfen nach den Designvorgaben die Messgenauigkeit nicht beeinflussen.

Als ein Abnahmeergebnis entstehen die Verfahren, die letztendlich in der Serienfertigung sowie im Service als Optimum aus Prüfschärfe, Normenkonformität und Wirtschaftlichkeit angewendet werden.


Gemäß der imc Herstellerspezifikation für den BR-4 werden folgende Messpunkte justiert und kalibriert (jeweils 4 Kanäle):

+ DC 5 mV ... 50 V:
Verstärkung: 13 Messbereiche * 3 Messpunkte,
+ Offset 13 Messpunkte (208 Messpunkte)
+ interne Referenzgrößen (nicht extern zugänglich): 18 Messpunkte
+ TF-Modus Vollbrücke, Versorgung 5 V, Tiefpaß 10 Hz
   in den Messbereichen 1 mV/V, 10 mV/V, 50 mV/V, 200 mV/V: 16 Messpunkte
+ DC Modus Vollbrücke 9 Messbereiche: 108 Messpunkte

= in Summe 350 Messpunkte

Um nach dieser Spezifikation prüfen zu können, muss die Kalibriervoraussetzung erfüllt werden; dies geschieht in Funktionstests vor und nach der Kalibrierung, bei dem weitere Messpunkte nach imc Prüfplan mit pass/fail Aufschrieb geprüft werden:

- Offsetmessung und Rauschtest mit Kurzschluss direkt am Gerät bei hoher Abtastrate ohne Filter
Hintergrund:
Bei zu hohen Offsets oder zu hohem Rauschen liegt ein Defekt vor, der die Kalibriervoraussetzungen ggf. verletzt. Zu hohes Rauschen kann durch Mittelung der Signale zu einem scheinbaren Offset bzw. zu scheinbaren Nichtlinearitäten führen.
- Prüfung von Referenzspannungen, Versorgungsspannungen
- Prüfung der vom Prüfling ausgegebenen Kalibriersignale (z. B. Kalibriersprung bei Brücken)
- Prüfen von Grundfunktionen wie Auto-Brückenabgleich
- Prüfen der Leistungsaufnahme


Diese Prüfungen erfolgen im allgemeinen während der Aufwärmzeit.
Der Prüfplan zur Bestätigung der Kalibriervoraussetzung wird bei neuen Erkenntnissen im Service ggf. angepaßt.

Der bestandene Funktionstest gemäß imc Prüfplan als Kalibriervoraussetzung mit anschließender Kalibrierung nach imc Herstellerspezifikation führt zur Konformitätsaussage
„Auf Nationale Normale zurückgeführt kalibriert nach Herstellerspezifikation“.

Beispiel:
Die Baugruppe CRPL/BR-4 hat einen Listenpreis von 3.335 EUR. (alle Preise Stand 2010). Die Justage für den CRPL/BR-4 kostet 110 EUR und beinhaltet Eingangskalibrierung, Justage, Ausgangskalibrierung und Werkskalibrierschein. Optional ist auch eine einfache Kalibrierung ohne Justage für 99EUR bestellbar, wenn auch nicht empfohlen. Ein Protokollsatz mit den Messwerten wie unten beschrieben ist für 15 EUR mit – oder nachlieferbar.

Mit den o.g. Preisen ergeben sich für diese Konformitätsaussage Kosten je Messpunkt von
< 0,32 EUR / Messpunkt (mit Messwertprotokoll 0,36 EUR) für die Justage inkl. Eingangskalibrierung bzw.
< 0,29 EUR / Messpunkt (mit Messwertprotokoll 0,33 EUR) für die Kalibrierung ohne Justage.

Kosten der Justage inkl. Eingangskalibrierung: 3.3 % vom Anschaffungspreis (mit Messwertprotokoll 3,8 %)
Kosten der Kalibrierung (ohne Justage): 3.0 % vom Anschaffungspreis (mit Messwertprotokoll 3,4 %)

In unserem Artikel „Serviceablauf von imc-Messgeräten: Kalibrierung, Abgleich, Wartung, Reparatur und sonstige Dienstleistungen“ haben wir weitere Beispiele mit Preisangaben erläutert.

 

² DKD2622, Blatt 20 (Entwurf 09/2003) Zitat Abschnitt 3.2.3: ... Zur Charakterisierung des Verhaltens von Messverstärkern für einen definierten Eingangssignalbereich wird das Ausgangssignal des Messverstärkers bei äquidistant verteilten Eingangswerten (vorzugsweise an zehn Stützstellen je Polarität) – abhängig von dem zur Verfügung stehenden Spannungsverhältnisnormal – vorzugsweise 6-mal wiederholt gemessen

Normen, verwendete Quellen und Literaturhinweise

Die häufigsten Fragen zur Kalibrierung haben wir in einem Artikel auf unserer Homepage zusammengefasst: www.imc-berlin.de/support => Kalibrierung von imc Messgeräten

Bei Interesse senden wir Ihnen gerne unser Qualitätsmanagement-Handbuch (auf CD) zu.
Siehe auch: www.imc-berlin.de/messtechnik => Kundendienst => Qualitätssicherung

Managementsysteme, Prüfmittelüberwachung, Begriffe (siehe auch www.beuth.de)


• DIN EN ISO 9000 ff: 2000: Qualitätsmanagementsysteme
• QS 9000 3rd edition (1994): Quality Systems Requirements QS 9000
(Chrysler Corp., FORD Motor Corp., General Motors Corp.)
• ISO/TS 16949 (2002) Forderungen an ein Qualitätsmanagementsystem
(dt. Übersetzung in DIN Fachbericht 78)
• VDA 6.1: Forderungen an ein Qualitätsmanagementsystem
VDA Band 6 Teil 1 (Verein der Deutschen Automobilindustrie e. V.)
• DIN 55350-11 (1987): Begriffe der Qualitätssicherung und Statistik;
Grundbegriffe der Qualitätssicherung
• DIN: Internationales Wörterbuch der Metrologie (1994)
• DIN 1319-1:1995: Grundlagen der Meßtechnik - Teil 1: Grundbegriffe
• DIN EN ISO 10012 (2004): Messmanagementsysteme - Anforderungen an Messprozesse und Messmittel
• DIN EN ISO/IEC 17025:2005 Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien (ersetzt EN 45000, setzt ISO Guide 25 um)


Kalibrierrichtlinien für elektrische Messmittel

• DIN ISO 10012-1: Messüberwachungssysteme
• ISO 8402 (1986): Qualität Begriffe
weiterhin: DIN 55350 T 11-15, 17, 18, 21-24, 31 (Begriffe) + DIN Taschenbuch 223


DKD Richtlinien, sonstige (siehe auch http://www.dkd.ptb.de)

• VDI/VDE/DGQ/DKD 2622 (Entwurf): Kalibrieren von Messmitteln für elektrische Größen (beschreibt allgemein Kalibrierverfahren)
Blatt 3: Kalibrierrichtlinien für Digitalmultimeter
Blatt 4: Kalibrierrichtlinien für Oszilloskope
Blatt 5: Funktionsgeneratoren
Blatt 11: Kalibrierrichtlinien für Spektrumanalysatoren
Blatt 20: Kalibrierung von Gleichspannungsmessverstärkern
• DKD-R 5-5 regelt die Kalibrierung von Temperaturanzeigegeräten
• DKD-R 6-1 regelt die Kalibrierung von Druckmessmodulen
• DKD-3: Angabe der Messunsicherheit bei Kalibrierungen
• DKD-4 (1991) Rückführung von Prüfmitteln auf nationale Normale
• EA Richtlinien (European cooperation for Accreditation of Laboratories):
Übersicht: DAR-INF2, z. B.
DAR-EM6: Interne Audits und QM-Bewertung in Laboratorien
DAR-EM32: Anleitung zur Akkreditierung nach ISO/IEC 17025
DAR-EM23: Sammlung von Begriffen
• DIN V ENV 13005: Leitfaden zur Angabe der Messunsicherheit beim Messen (identisch mit Guide to the expression of uncertainity in measurement = GUM)

Qualität im Internet
http://www.qm-infocenter.de
QM-Infocenter des Hanser-Verlages (Qualität und Zuverlässigkeit)

DIN 31051 von 2003 definiert die Instandhaltung inklusive Schwachstellenanalyse mit entsprechenden  Maßnahmen, siehe die Zusammenfassung in http://de.wikipedia.org/wiki/Instandhaltung

 

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